Husum

Husum wird 1252 als Husembro (Brücke an den Häusern) erstmals urkundlich erwähnt. Durch die große Sturmflut im Jahre 1362 (Grote Mandränke), die eine schiffbare Verbindung des Tals der Mühlenau mit dem Meer schuf, wurde Husum zur Küstenstadt und entwickelte sich bald zu einem bedeutenden Umschlaghafen. Der Seehandel und das 1465 verliehene Marktrecht bedingten den wirtschaftlichen Aufstieg Husums. Auf Anordnung des dänischen Königs Friedrich I., unter dessen Verwaltungshoheit sich Husum seinerzeit befand, wurden 1526 nach Errichtung von Zingeldamm und Zingelschleuse Teile der Hafenbebauung abgerissen, um einen Stapelplatz - die heutige Schiffsbrücke - zu ermöglichen.

Die große Sturmflut von 1634 war im wesentlichen verantwortlich für die folgende wirtschaftliche Stagnation Husums: sie vernichtete einen großen Teil der Insel Strand (heute: Nordstrand) und damit die Kornkammer Husums. Zu dieser Entwicklung trug auch die zunehmende Konkurrenz der Hafenstädte Tönning und Friedrichsstadt sowie die Kriege des 17. und frühen 18. Jahrhunderts bei. 1807 wurde die dreischiffige Kirche, die im 15. Jahrhundert erbaut worden und eine der größten des ganzen Landes war, wegen Baufälligkeit abgerissen. An ihrer Stelle errichtete der Baumeister C. F. Hansen 1829/39 die heutige, streng klassizistische Marienkirche.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Viehhandel mehr und mehr zur wirtschaftlichen Basis Husums. Auf dem Gelände nördlich des Schloßgartens, auf dem sich heute die Kreisverwaltung befindet, wurden große Viehmärkte abgehalten. Die Straße Neustadt bestand fast ausschließlich aus Gasthäusern mit rückwärtigen Stallanlagen. Um den steigenden Anforderungen, die sich aus dieser wirtschaftlichen Erholung ergaben, zu genügen, wurde der Hafen ausgebaut. Nach Anschluß an das Eisenbahnnetz (1852 durch die Linie Flensburg - Tönning, 1888 durch die Marschenbahn Tondern - Hamburg) wurde Husum endgültig zu einem Zentrum des norddeutschen Viehhandels. Seit dieser Zeit nahm die Einwohnerzahl der Stadt kontinuierlich zu.

Als Folge davon dehnte sich Husum seit den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts vor allem in nördlicher Richtung aus, da der Porrenkoog im Westen und das Tal der Mühlenau im Süden natürliche Besiedlungsgrenzen bildeten. 1938 wurde der südlich angrenzende Ort Rödemis eingemeindet.

Nach dem Krieg hat sich die Bevölkerungszahl Husums zunächst durch den Zuzug von Flüchtlingen nahezu verdoppelt, um sich in den Folgejahrzehnten - auch durch Abwanderung in die Umlandgemeinden - bei ca. 23.000 Einwohnern einzupendeln. Husum ist heute Kreisstadt des 1971 aus den damaligen Kreisen Eiderstedt, Husum und Südtondern zusammengeschlossenen Kreises Nordfriesland und Mittelzentrum mit einem Einzugsbereich von ca. 100.000 Einwohnern.

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